Bei greenwind gehen Forstpraxis und Energiewende zusammen
Wenn es um Wind im Forst geht, steht für uns bei greenwind immer ein Grundsatz im Mittelpunkt: Energiewende und Waldökologie dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Sie funktionieren nur gemeinsam. Das bedeutet für unsere Windprojekte: Wir übernehmen Verantwortung – fachlich, transparent und auf Grundlage fundierter naturschutzfachlicher Gutachten.
Der Zustand vieler Wälder ist durch Klimawandel und Monokulturen kritisch. Besonders vorgeschädigte Kiefern- und Fichtenbestände verlieren durch Dürre, Käferbefall und Stürme ihre Stabilität. Gleichzeitig gilt für Baden-Württemberg und Bayern: Die Ausbauziele für erneuerbare Energien lassen sich ohne geeignete Waldflächen nicht erreichen.
greenwinds Ziel ist es, nur solche Projekte im Forst umzusetzen, bei denen Forstpraxis und Energiewende in dieselbe Richtung zeigen. Zwei Projekte in Brandenburg sind bereits genehmigt. Drei weitere in Süddeutschland mit zusammen rund 134 MW befinden sich in verschiedenen Phasen des Genehmigungsprozesses.
Wir planen Windenergie bewusst dort, wo der Wald bereits geschädigt ist und meist dort, wo die Landesforstbetriebe oder Gemeinden selbst eine Umnutzung empfehlen. Intakte, naturnahe Misch- und Laubwälder sind tabu. Der dauerhafte Flächenbedarf einer Anlage liegt im Durchschnitt bei weniger als einem halben Hektar, temporäre Baustellenflächen werden vollständig wieder aufgeforstet. Die dauerhaft genutzten Flächen werden ausgeglichen durch ökologischen Waldumbau zu klimaresilientem, standortgerechtem Mischwald. Der Beginn eines stabileren Waldsystems!
Viele Fachdisziplinen arbeiten zusammen. Vor dem Bau finden umfassende Erhebungen zu Brutvögeln, Fledermäusen, Boden, und Biotopen statt. Durch Bauzeitenregelungen werden Tiere geschützt, vor der Fällung von Bäumen werden mögliche Brutstätten kontrolliert und erst nach Freigabe durch die ökologische Baubegleitung zur Fällung freigegeben. Zum Schutz der Fledermäuse werden Abschaltzeiten in der Genehmigung festgeschrieben. Beim Bau selbst ist der Bestandsschutz oberstes Ziel. Hierzu entwerfen wir bereits in der Planungsphase ein Layout, das sich auf die Nutzung bestehender Wege fokussiert, nutzen Lagerplätze außerhalb des Waldes oder setzen Bladelifter ein, die durch das Kippen um bis zu 60 Grad die Transportschneise verkleinern. Für alle Projekte werden Brandschutzgutachten erstellt, in deren Rahmen die Löschwasserversorgung der Gemeinden geprüft wird. Abhängig vom Resultat werden in Anlagennähe Zisternen oder Brunnen errichtet, welche im Brandfall zur Verfügung stehen. Zudem ist der Einbau einer Selbstlöschanlage in der Gondel an Waldstandorten obligatorisch.
Waldstandorte bieten für die Anwohner und Gemeinden gerade in Süddeutschland einige natürliche Vorteile. Viele Flächen liegen auf Höhenzügen mit guten Windverhältnissen. Gemeinden profitieren langfristig durch Pachteinnahmen und finanzielle Beteiligungen an den Windenergieanlagen.
Windenergie im Wald ist kein Ersatz für konsequenten Waldschutz – sie ist ein Baustein innerhalb eines größeren Transformationsprozesses. Richtig geplant, unterstützt sie die Stabilisierung vorgeschädigter Wälder und schafft gleichzeitig dringend benötigte erneuerbare Energie.
Mehr Hintergrund: BWE-Broschüre „Wind im Forst“ -> download PDF
