Hier entsteht ein neuer Wald!
Rund 10.000 neue Bäume: In Dannenberg/ Brandenburg gedeiht im Rahmen einer Ausgleichsmaßnahme für den Bau einer greenwind Windenergieanlage ein zwei Hektar großer neuer Wald. Solche gesetzlich vorgeschriebenen ökologischen Erstaufforstungen führt die Firma WaldWieseHolz GmbH aus Buckow/ Brandenburg im Auftrag durch. Wir fragen Diplom-Forstwirt Rudolf Ehwald, Geschäftsführer von WaldWiesenHolz: Wie verläuft so ein Kompensationsprozess (nach §8 LWaldG Brandenburg und nach §14 BNatSchG)?
„Das Wichtigste für den Erfolg einer nachhaltigen Erstaufforstung ist eine realistische Planung auf Basis der Bodenbeschaffenheit und der klimatischen Bedingungen“, erklärt der Forstwissenschaftler. „Im ersten Schritt beschaffen wir Vorratsflächen, die dann genehmigt werden müssen. Dazu gehören Planungen mit dem Eigentümer des Geländes, Standortgutachten und die Kooperation mit dem zuständigen Forstamt.Nun muss die Fläche gezäunt werden zum Schutz vor Reh- und Rotwild. Die Tiere sind für 99 Prozent an der Zerstörung junger Pflanzen verantwortlich!“ Die Fläche wird mechanisch vorbereitet, gemäht, gepflegt, nachgebessert. „Wenn der Beifuß und andere Beikräuter zwei Meter hoch sind, wächst kein Bäumchen, das bei der Pflanzung einen halben Meter misst.“
Pro Hektar werden rund 5.000 heimische, Standort angepasste Pflanzen gesetzt, in diesem Projekt sind es 2.159 Traubeneichen, 7.281 Hainbuchen und 2.084 Flatterulmen. Am Waldrand wachsen 904 Waldrandpflanzen: Feldahorn, Wildapfel und -birne, Eberesche, Weißdorn, Schlehe, einheimische Wildrosen und Roter Hartriegel.
„Wir checken dann regelmäßig die Zäune und flicken sie bei Bedarf auch. Circa drei Jahre lang muss regelmäßig gemäht und gepflegt werden, bis die Pflanzung das Beikraut verdrängt. Die Überwachung des gesamten Waldes dauert fünf bis sieben Jahre. Erst wenn so ein Wäldchen etwa mannshoch gewachsen ist und damit als ,gesicherte Kultur’ durch Forstverwaltung und Auftraggeber der Baumaßnahmen freigegeben wurde, ist die offizielle, betreute Aufforstung erfolgreich abgeschlossen. Für Dannenberg bedeutet dies: in etwa zwei Jahren.“
„Der Erfolg der Maßnahme hängt natürlich auch von den klimatischen Bedingungen und der Bodenbeschaffenheit ab. Trockenheit und zu sandiger Boden sind hinderlich, aber: Wenn wir gute Arbeit machen“, so Rudolf Ehwald, „dann wachsen die Bäume fast immer gut an!“
Zur Zeit hat er 120 Hektar in der Betreuung, mit Schwerpunkt östliches Brandenburg. „Ausgleichsmaßnahmen fallen bei vielen Baulandnutzungen an – ob beim Straßenbau, beim Häuslebauer oder beim Kiesgrubenausbau. Aber seit es den Windenergieanlagenbau im Nutzwald gibt, kommen immer mehr Aufträge auch aus diesem Bereich!“
Foto: Rudolf Ehwald und Johanna Fritzsch